Gemeinsame Presseerklärung des BfHD, des DHV und des Netzwerkes der Geburtshäuser am 12. Dezember 2012

Gemeinsame Presseerklärung des BfHD, des DHV und des Netzwerkes der Geburtshäuser am 12. Dezember 2012

 

 

Hebammen: Vergütungserhöhung verschleppt

 

Krankenkassen verfolgen weiterhin Taktik der Verschleppung von Vergütungserhöhungen für Hebammen

Am 11.12.2012 hat die Schiedsstelle zur Erhöhung der Hebammenvergütung beraten. Aufgrund eines Antrages der Krankenkassen wurde die Schiedsstelle auf Ende Januar vertagt. Denn es war ihnen angeblich nicht möglich, den von den Hebammenverbänden nachgewiesenen Vergütungsanspruch zu prüfen. Damit konnten sie sich nach eigenen Angaben nicht adäquat auf die Schiedsstellensitzung vorbereiten. Der Beschluss wurde trotz der Gegenstimmen der Hebammenverbände gefasst.

„Seit August liegen die Unterlagen den Schiedsstellenmitgliedern vor. Es ist uns völlig unverständlich, dass die Zeit zu einer Überprüfung nicht reichen soll. Noch unfassbarer ist allerdings, dass die Krankenkassen bis heute nicht in der Lage waren, eigene Berechnungen zu präsentieren, die nicht auf Mutmaßungen beruhen“, konstatiert Martina Klenk, die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands.

„Die Geduld der Hebammen wird hierdurch abermals auf eine unerträgliche Probe gestellt“, sagt Susanne Schäfer, 1. Vorsitzende des Bundes der freiberuflichen Hebammen Deutschlands. „Wir hätten den Kolleginnen gerne mehr Planungssicherheit für das kommende Jahr ermöglicht.“

Erneut wurden die von den Hebammenverbänden nachgewiesenen finanziellen Belastungen, so wie auch die Ergebnisse, der vom BMG in Auftrag gegebenen IGES- Studie, von den Krankenkassen angezweifelt.

„Es bleibt zu hoffen“, so die 1. Vorsitzende des Netzwerkes der Geburtshäuser, Ruth Sichermann, „dass die Krankenkassen wenigstens bis zum kommenden Termin die Unterlagen lesen können und endlich eine für die Hebammen auskömmliche Vergütung erreicht werden kann“.

 

 

BfHD

Susanne Schäfer,

1. Vorsitzende

 

DHV

Martina Klenk,

Präsidentin

 

Netzwerk der Geburtshäuser

Ruth Sichermann,

Vorsitzende

Gemeinsame Presseerklärung des BfHD, des DHV, des Netzwerkes der Geburtshäuser und der Initiative Hebammen für Deutschland

Bundesregierung will Hebammen helfen

 

Beim heutigen Termin, der auf Initiative des Vereins „Hebammen für Deutschland e.V.“ im Rahmen des Bürgerdialogs stattfand, wurde zwischen Bundeskanzleramt und Hebammenverbänden ein konkreter Fahrplan vereinbart, wie die bedrückende wirtschaftliche Situation der Hebammen einer Lösung zugeführt werden soll.

Unter Moderation von Ronald Pofalla, Chef des Bundeskanzleramts, verständigten sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Familienministerin Kristina Schröder mit den Hebammenverbänden auf die Einrichtung einer ministerienübergreifenden Arbeitsgruppe, die noch in diesem Jahr beginnen soll, grundlegende Vorschläge zu erarbeiten.

Als erstes will man sich, weil vordringlich, dem Thema „Berufshaftpflicht“ widmen und eine nachhaltige Lösung erarbeiten. Weitere Arbeitsschwerpunkte sollen unter anderem Fragen der Vergütung und der Ausbildung sein. Die Arbeitsgruppe soll sich aber auch mit übergreifenden Themen wie z.B. Versorgung der Bevölkerung mit Hebammenhilfe und Stärkung der Elternkompetenz bechäftigen.

Dem geplanten Arbeitskreis sollen neben der Hebammenseite Vertreter der Ministerien Gesundheit, Familie, Justiz, Finanzen, Arbeit und Soziales angehören, sowie das Bundeskanzleramt und der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft.

Nitya Runte, Vorsitzende der Initiative Hebammen für Deutschland: „Ich habe nach dem heutigen Gespräch die große Hoffnung, dass ein Durchbruch erzielt wurde und wir Hebammen zusammen mit der Politik zu tragfähigen Lösungen kommen werden.“

 

BfHD

Susanne Schäfer,
1. Vorsitzende
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Mobil: 0178 – 62 94 385

Ulrike Aulbach,
2. Vorsitzende

DHV

Martina Klenk,
Präsidentin

Katharina Jeschke,
Beirätin
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Mobil: 0173-81 78 036

Netzwerk der Geburtshäuser

Ruth Sichermann
Vorsitzende

Hebammen für Deutschland

Nitya Runte,
1. Vorsitzende
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Mobil: 0178 – 49 82 568

Lisa von Reiche,
2. Vorsitzende

Die Presseerklärung als PDF hier

Gemeinsame Presseerklärung des BfHD, des DHV, des Netzwerkes der Geburtshäuser und der Initiative Hebammen für Deutschland

Bundeskanzleramt lädt Hebammen zum Gespräch ein

Für den 24. Oktober hat der Chef des Bundeskanzleramts, Ronald Pofalla, die Initiative „Hebammen für Deutschland“ zum Thema „flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe“ eingeladen. An dem Gespräch werden auch Bundesgesundheitsminister Bahr und Familienministerin Kristina Schröder teilnehmen. Fachlich unterstützend für die Hebammenseite wirken der Deutsche Hebammenverband, der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands sowie das Netzwerk der Geburtshäuser.

An das Gespräch, das von Bundeskanzlerin Angela Merkel als Follow- up des sog. „Bürgerdialogs“ initiiert wurde, knüpfen die Hebammen große Erwartungen. Überreicht werden soll der Politik ein von der Kanzlei Clifford Chance im Rahmen einer ProBono- Tätigkeit ausgearbeitetes Rechts- Sondergutachten, das konkrete Gesetzesvorschläge zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Hebammen enthält.

Fordern werden die Hebammen ferner einen ministerium- und fraktionsübergreifenden Arbeitskreis, der sich grundlegend mit der Zukunft der Geburtshilfe in Deutschland auseinandersetzen und dem Bundestag binnen Jahresfrist wegweisende gesetzliche Vorschläge unterbreiten soll.

 

Die Presseerklärung als pdf

 

BfHD

Susanne Schäfer,

1. Vorsitzende

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Mobil: 0178 – 62 94 385

 

Ulrike Aulbach,

2. Vorsitzende

 

 

DHV

Martina Klenk,

Präsidentin

 

Katharina Jeschke,

Beirätin

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Mobil: 0173-81 78 036

 

 

Netzwerk der Geburtshäuser

Ruth Sichermann

Vorsitzende

 

 

Hebammen für Deutschland

Nitya Runte,

1. Vorsitzende

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Mobil: 0178 – 49 82 568

 

Lisa von Reiche,

2. Vorsitzende

Letzte Hoffnung auf gütliche Einigung vom Tisch – Krankenkassen verweigern weitere Verhandlungen – wieder empörte Hebammen auf der Straße

Gemeinsame Presseerklärung des Deutschen Hebammenverbandes, des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands und des Netzwerks der Geburtshäuser

Bei dem heutigen  Spitzengespräch zwischen den gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) und den maßgeblichen Hebammenverbänden kam, was kommen musste: Der GKV-SV versuchte die Hebammen mal wieder mit Krümel, die als Kuchen deklariert waren, abzuspeisen. Von dem Gespräch, zu dem der GKV-SV die Hebammenverbände zur Vermeidung eines Schiedsverfahrens  in der laufenden Verhandlungsrunde geladen hatte, erwarteten sich die Hebammen ein deutlich verbessertes Angebot. Stattdessen  wiederholte der GKV-SV lediglich sein vormaliges Angebot. Nur unter inakzeptablen  Zusatzbedingungen könnte sich der GKV-SV im nächsten Jahr auf weitere 10% Vergütungssteigerung einlassen. „Wir können uns auf derartige Erpressungen nicht einlassen“, erklärte die Verhandlungsführerin auf Hebammenseite, Katharina Jeschke, zu dem Angebot der Krankenkassen.

Über die Vertragsinhalte zu diesen von Seiten der Kassen so wage formulierten Bedingungen zu sprechen, wurde von Seiten der Krankenkassen vehement abgelehnt. So wurde nicht nur der schon anberaumte Verhandlungstermin von Seiten der Krankenkassen abgesagt, sondern weitere Termine schlichtweg abgelehnt.

Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes dazu:

„Diese Verweigerung ist skandalös! Eine weitere Hinhaltetaktik von Seiten der Kassen darf nicht weiterhin die Versorgungslage der Frauen verschlechtern. Die Zahlen des aktuellen Hebammengutachtens des Gesundheitsministeriums sprechen aber eine eindeutige Sprache: Die schon unter Gesundheitsminister Seehofer vorgebrachten Forderungen der Hebammen sind und waren absolut berechtigt! Nun versuchen die Krankenkassen blindwütig und mit unfairen Mitteln, ihre sogenannte Sparpolitik auf dem Rücken ihrer Versicherten und der Hebammen weiterzuverfolgen, um noch mehr Rücklagen anzuhäufen. Wir werden uns das nicht bieten lassen!“

Das Hebammengutachten hatte Anfang dieses Jahres einen durchschnittlichen Nettostundensatz einer Hebamme von 7,48 Euro ermittelt. Hebammen arbeiten somit also im Niedriglohnsektor. Eine Bezahlung, die ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit bei weitem nicht gerecht wird.

Die Hebammenverbände hatten daher bei ihren letzten Verhandlungen mit den Krankenkassen eine Vergütungserhöhung von 30% gefordert. Diese Zahl klingt isoliert betrachtet ziemlich hoch. Aber: 30% mehr sind das Minimum, was Hebammen zum Leben brauchen.

Katharina Jeschke, Beirätin für freiberufliche Hebammenarbeit im Deutschen Hebammenverband über die Einkommenssituation der Hebammen:

„Der jetzige Forderung einer 30%igen Erhöhung ist nicht verhandelbar. Sie bedeutet lediglich, dass Hebammen mit ihrem Einkommen über die Hartz IV – Grenze kommen. Selbst eine derartig groß anmutende Erhöhung enthält weder Rücklagen für die Selbständigkeit noch Rücklagen zur Vermeidung von Altersarmut.“

Ruth Sichermann, Vorsitzende des Netzwerks der Geburtshäuser führt dazu weiter aus:

„Langfristig wäre eine Erhöhung von 30% eine Investition, die Sparpotentiale für das Solidarsystem eröffnet: Je mehr intensive Hebammenbetreuung, desto weniger Kaiserschnitte. Die Krankenkassen wissen das auch, zahlen wollen sie dafür allerdings seit Jahren nicht. Damit muss jetzt Schluss sein.“

Susanne Schäfer, 1. Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands ist erbost:

„Wir hätten uns sehr eine gütliche Einigung mit den Krankenkassen gewünscht. Nun bleibt es beim Gang in die Schiedsstelle um ein weiteres Hebammensterben zu verhindern. Schon jetzt geben allerorts Hebammen ihren Beruf auf. Wenn nicht endlich etwas passiert, dann haben die Frauen bald keine Unterstützung bei der Geburt oder in der wichtigen Zeit danach. Denn die Krankenkassenmitarbeiter gehen nicht zu den Frauen nach Hause und begleiten sie in dieser schwierigen Zeit.“

Vor dem Sitz des GKV-Spitzenverbandes fanden sich heute spontan erzürnte Hebammen und Betroffene zu einer Mahnwache zusammen, um die Forderungen der Verbände zu bekräftigen.

„Ohne meine Hebamme hätte ich die Geburt nicht geschafft. Es wäre sicher ein Kaiserschnitt draus geworden“, berichtet eine  junge Mutter „Hebammen dürfen nicht aussterben, jede Schwangere braucht sie.“

Eine andere sagt:

„Das Wochenbett war eine harte Zeit für mich, alles neu und ungewohnt mit meinem Kleinen. Ohne meine Hebamme wäre ich verloren gewesen. Es kann nicht sein, dass die Hebammen für ihre segensreiche Arbeit so schlecht bezahlt werden, dass sie davon nicht leben können.“

Und Susanna Rinne-Wolf vom Berliner Hebammenverband fasst die Meinung vieler Hebammen in deutliche Worte:

„Die Zeichen bei den Hebammen stehen endgültig auf Sturm. Viele Hebammen reden von Streiks. Wenn die Krankenkassen nicht bald einlenken, kann ich das den Kolleginnen nicht verdenken.“

 

DHV - Deutscher Hebammenverband

Netzwerk der Geburtshäuser
Bund freiberuflicher Hebammen Deutschland e.V.
DHV Netzwerk der Geburtshäuser BfHD
Edith Wolber,
Pressesprecherin
Ruth Sichermann,
2. Vorsitzende
Susanne Schäfer,
1. Vorsitzende

 

BfHD

(Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e. V.)
Vorstand:
Susanne Schäfer, 1. Vorsitzende, Kleinmachnow (V.i.S.d.P.)
Ulrike Aulbach, 2. Vorsitzende, Hamburg

5.992 Zeichen, Abdruck honorarfrei. Um Belegexemplar wird gebeten.

 

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Presse-Einladung zur Mahnwache 11.09.2012

Gemeinsame Presseerklärung des BfHD, des DHV und des Netzwerkes der Geburtshäuser

PRESSE-EINLADUNG

zur Mahnwache

Datum:         Dienstag, 11.09.2012

Uhrzeit:        15:00-17:00 Uhr

Ort:              GKV-Spitzenverband,

Mittelstraße / Ecke Friedrichstraße,

10117 Berlin

 

Parallel zu einem kurzfristig vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) für Dienstag, den 11. September einberufenen Spitzengespräch mit den Hebammenverbänden werden Hebammen und Betroffene für eine bessere Vergütung von Hebammenleistungen protestieren. Mit dem Gespräch will der GKV-SV die Einschaltung der Schiedsstelle vermeiden.

„Noch ist völlig unklar, ob die Krankenkassen uns ein neues Angebot vorlegen werden“, so Jitka Weber, 2. Vorsitzende des Berliner Hebammenverbandes. „Eins steht allerdings fest: Wir Hebammen lassen uns nicht mehr mit Cent- Beträgen abspeisen! Um ein Existenz sicherndes Arbeiten zu ermöglichen und die Versorgung aller Frauen mit Hebammenhilfe zu gewährleisten, benötigen wir endlich die Erhöhung auf ein Niveau, von dem aus alle weiteren prozentualen Erhöhungen überhaupt erst spürbar werden können. Dies werden wir, parallel zu dem Gespräch unserer Verbandsspitze, in Form einer Mahnwache am Sitz des GKV deutlich machen!“

Die Situation der freiberuflichen Hebammen hängt weiter am seidenen Faden: ein auskömmliches Einkommen ist nach wie vor nicht gesichert. Denn obwohl die Krankenkassen die Kosten für die Haftpflichtsteigerung übernommen haben, kommt dies de facto nur einem Teil der Hebammen zugute, da die Kostenerstattung an eine überdurchschnittlich hohe Geburtenzahl, die die Hebamme pro Jahr betreuen muss gekoppelt ist. Damit droht, insbesondere in strukturschwachen Gebieten der totale Verlust der freiberuflich erbrachten Geburtshilfe. Die Forderungen der Hebammenverbände für eine angemessene Vergütung der Leistungen wurden bislang von den gesetzlichen Krankenkassen zurückgewiesen. Die Hebammenverbände haben daher die Verhandlungen für gescheitert erklärt und die Schiedsstelle angerufen.

Die verhandelnden Hebammenverbände fordern 30 % Erhöhung der bestehenden Hebammengebühren: dies beinhaltet den Ausgleich des Einkommensrückstandes der Hebammen, der bereits im Jahr 1997 von dem damaligen Gesundheitsminister Seehofer festgestellt wurde und ermöglicht einen ungefähren Stundensatz von 10,00 Euro.

„Die vom BMG beauftragte IGES-Studie hat den von den Hebammen seit Jahren kritisierten durchschnittlichen Stundenlohn in Höhe von 7,48 EUR schwarz auf weiß bestätigt“ so Jitka Weber weiter. „Wenn Hebammen nicht zeitnah eine Vergütungs-erhöhung auf alle ihre Leistungen erhalten, wird das Hebammensterben unvermindert weiter gehen – mit all seinen Konsequenzen: die Kaiserschnittzahlen werden weiter ansteigen und in der Folge auch die Kosten im Gesundheitswesen. Auch die freie Wahl des Geburtsortes für die Schwangeren würde dramatisch eingeschränkt.“

Kontakt im Vorfeld und vor Ort:

Frau Susanne Schäfer

(1. Vorsitzende des BfHD)

Mobil: 0178 - 6294 385

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Ruth Sichermann

(2. Vorsitzende Netzwerk der Geburtshäuser)

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Katharina Jeschke

(Beirätin für den freiberuflichen Bereich DHV)

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DHV                                    Netzwerk der Geburtshäuser                            BfHD

Martina Klenk,                       Josefine Lantow,                                            Susanne Schäfer,

Präsidentin                             1. Vorsitzende                                              1.Vorsitzende

Katharina Jeschke,                 Ruth Sichermann,                                          Ulrike Aulbach,

Beirätin                                  2. Vorsitzende                                              2. Vorsitzende

PM Vergütungsverhandlungen zwischen Kassen und Hebammenverbänden Teil-Einigung über Ausgleich der jüngsten Prämien-Erhöhung zur Haftpflicht

Überarbeitet Version, Stand 10.07.2012

 

Gemeinsame Presseerklärung des DHV, des BfHD und des Netzwerkes der Geburtshäuser

10. Juli 2012

Vergütungsverhandlungen zwischen Kassen und Hebammenverbänden

Teil-Einigung über Ausgleich der Prämien-Erhöhung zur Haftpflicht

Gestern verständigten sich der GKV-Spitzenverband und die drei maßgeblichen Hebammenverbände (Deutscher Hebammen Verband, Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands, Netzwerk der Geburtshäuser) auf eine Teilanhebung der geburtshilflichen Vergütungspositionen freiberuflicher Hebammen mit Wirkung zum 01.07.2012. Die Erhöhung soll als Ausgleich der zum gleichen Termin wirksam gewordenen neuerlichen Prämienerhöhung zur Berufshaftpflicht dienen.

Hiermit sind die diesjährigen Vergütungsverhandlungen aber noch keineswegs abgeschlossen, es handelt sich bei dem jetzt getroffenen Kompromiss lediglich um eine isolierte Teileinigung, die jüngste Prämienerhöhung zur Berufshaftpflicht betreffend. Erreicht wurde damit lediglich die Wiederherstellung des Status quo vor der Prämienerhöhung. Das heißt, an der seit Jahren völlig unbefriedigenden Vergütungssituation der Hebammen hat sich noch nichts geändert.

In weiteren Verhandlungen mit den Kassen ging es darum, die Vergütungen freiberuflicher Hebammen so anzupassen, dass es freiberuflichen Hebammen ermöglicht wird, ihren Lebensunterhalt in Zukunft aus eigener Kraft zu bestreiten.

Das Angebot der Krankenkassen betrug linear 5% auf alle Positionen und auf einzelne Bereiche eine größere Erhöhung. Durch die Abrechnungsfrequenzen hätte dies in der Gesamtsumme eine 10%-Steigerung ausgemacht.

Die Vergütung für Hebammenleistungen ist jedoch so niedrig, dass weder 5% noch 10% eine wirkliche Einkommensverbesserung darstellen. Deshalb haben die Hebammenverbände dieses Angebot, insbesondere unter Berücksichtigung der Bestätigung der schlechten Einkommenssituation der Hebammen durch das IGES-Gutachten, abgelehnt. Die Verbände fordern 30% mehr, rufen nun die Schiedsstelle an und hoffen, dass dort ein besseres Ergebnis erreicht werden kann, als das jetzt von den Kassen angebotene.

Nach dem Einreichen der Unterlagen bei der Schiedsstelle entsteht eine dreimonatige Frist. Erst danach kann die Schiedsstelle tagen und ein Ergebnis verkünden.

DHV                                        Netzwerk der Geburtshäuser                         BfHD

Martina Klenk,                        Josefine Lantow,                                            Susanne Schäfer,

Präsidentin                             1. Vorsitzende                                                1.Vorsitzende

Katharina Jeschke,                 Ruth Sichermann,                                          Ulrike Aulbach,

Beirätin                                  2. Vorsitzende                                                2. Vorsitzende

PM Hebammen bekommen Schützenhilfe durch die Kanzlerin

Gemeinsame Presseerklärung des BfHD, des Berliner Hebammenlandesverbandes, Mitglied im DHV, und der Initiative „Hebammen für Deutschland“

Hebammen bekommen Schützenhilfe von der Kanzlerin

3. Juli 2012

Anlässlich des Bürgerdialogs wurde die prekäre Einkommenssituation von der Hebamme Nitya Runte, 1.Vorsitzende des Vereins “Hebammen für Deutschland e.V.“, der Bundeskanzlerin persönlich vorgetragen.

Die viel zu geringe Vergütung, der Verlust der flächendeckenden Hebammenversorgung für die Familien, die hohe Zahl an Kaiserschnitten und deren dramatische Folgen für die Gesundheit der Frauen und Kinder - die Schilderung dieser Probleme wurde von Frau Dr. Merkel nicht nur ernst genommen, sondern mit klaren Hilfszusagen beantwortet.

„Hebammen sind für die Gesellschaft wichtig und der Berufsstand muss erhalten bleiben“, lautet das Credo der Bundeskanzlerin, so Nitya Runte.

Große Hoffnung auf Lösung der drängenden Probleme schöpft Nitya Runte aus den zugesicherten Gesprächsterminen. Spätestens bis Ende September soll ein gemeinsames Gespräch mit dem Gesundheitsminister, der Familienministerin und der Initiative „Hebammen für Deutschland“ im Kanzleramt stattfinden. Nitya Runte bekommt hierfür Unterstützung durch den BfHD und den Berliner Hebammenlandesverband, Mitglied im DHV. Sollte bei diesem Gespräch keine Lösung gefunden werden, so hat die Kanzlerin Frau Runte ihr Ehrenwort gegeben, sich erneut in die Diskussion einzuschalten, um eine Lösung des Problems sicherzustellen.

„Auch wenn sie sich nicht in ein möglicherweise laufendes Schiedsverfahren mit den Krankenkassen einmischen kann, so ist die Hoffnung berechtigt, dass das Gesundheitsministerium und die Krankenkassen endlich reagieren und einer dringend nötigen Erhöhung der Vergütung der Hebammen endlich zustimmen!", so die Hebammenvertreterin.

Über 97 000 Bürgerstimmen haben den Hebammen die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs mit der Bundeskanzlerin im Rahmen des Bürgerdialogs gegeben. Gestärkt von dieser überwältigenden Zustimmung der Bevölkerung und den Zusagen der Bundeskanzlerin erwarten die Hebammen nun von der Politik und den Krankenkassen ein rasches Handeln. Eine längere Wartezeit können die Hebammen durch die seit Juli auf über 4200 Euro gestiegene Haftpflichtprämie nicht mehr  kompensieren.

BfHD e.V.

(Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands)

Vorstand:

Susanne Schäfer, 1. Vorsitzende, Kleinmachnow (V.i.S.d.P.)

Ulrike Aulbach, 2. Vorsitzende, Hamburg

 

2.147 Zeichen, Abdruck honorarfrei. Um Belegexemplar wird gebeten.

Hebammen sind unersetzlich

Hebammen sind unersetzlich!

 

Die bestehenden Regelungen zur Begleitung von Schwangerschaft sind überholt und werden den heutigen Anforderungen von Hebammen, Frauen und Familien nicht gerecht. Die skandalös hohen Haftpflichtversicherungsprämien müssen neu verhandelt werden. 13.06.2012 Eine Hebamme kümmert sich zu Hause um eine schwangere Frau. Quelle: eyeliam/Flickr.com (CC BY 2.0) Der Wunsch und konkrete Bedarf nach einer von Hebammen geleisteten Geburtshilfe steigt zunehmend. Hebammen bieten oft neben einer individuellen medizinischen und psychosozialen Versorgung ein breites Leistungsspektrum an. Von der Familienplanung über eine Eins-zu-Eins-Betreuung bei Geburten im Krankenhaus bis hin zu einer ganzheitlichen Wochenbettbetreuung zu Hause. Dadurch gehen sie auf die Bedürfnisse von Schwangeren weit über den eigentlichen Geburtsvorgang hinaus ein und leisten wertvolle Unterstützung gerade in der schwierigen Zeit vor und nach der Geburt. Dennoch wird die berufliche Situation von Hebammen immer prekärer. Schuld daran sind auch und vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen, denn nach wie vor sind die Regelungen zu Schwangerschaft und Geburt für gesetzlich Krankenversicherte in der antiquierten Reichsversicherungsordnung (ROV) von 1917 (!) festgelegt. Diese kann der heutigen Situation mit verschiedenen Geburtsorten (Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt), dem Präventionsgebot sowie den aktuellen Leistungsansprüchen der Versicherten nicht mehr gerecht werden. Zudem sind vielen Schwangeren die leistungsrechtlichen Regelungen und damit die gesetzlichen Ansprüche auf die Unterstützung durch Hebammen in der Schwangerschaft sowie im Wochenbett und während der Stillzeit nicht bekannt. Da in vielen Fällen eine leistungs- und vertragsrechtliche Absicherung für die Geburtshilfe fehlt, entbinden viele Schwangere entgegen ihrem Wunsch in Krankenhäusern. Es kann also weder von einer zeitgemäßen Ausgestaltung der Versicherungsregelungen noch von einer Wahlfreiheit von Frauen bezüglich des Geburtsortes die Rede sein. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen die Hebammen-Proteste Die Berufsverbände der Hebammen fordern die seit Jahrzehnten überfällige Überführung der Hebammen-Leistungen aus der völlig entleerten ROV in das Sozialgesetzbuch V. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben dies bezüglich einen Antrag in den Bundestag eingebracht. Der Vorschlag der Regierungsfraktion hingegen, Hebammen-Leistungen bei wortgleicher Übernahme ohne Anpassung an heutige Gegebenheiten in das Sozialgesetzbuch V zu überführen, ist nicht akzeptabel. Die Grünen fordern Gesundheitsminister Daniel Bahr auf, die von Hebammenverbänden erarbeiteten und dem Gesundheitsausschuss seit Jahren vorliegenden Änderungs- und Ergänzungsvorschläge endlich ernst zu nehmen. Zusätzlich bedarf es eines politischen Diskurses, der die exorbitant hohen und immer wieder steigenden Berufshaftpflichtprämien thematisiert. Es kann nicht sein, dass immer mehr freiberuflich tätige Hebammen ihr Leistungsspektrum und paradoxerweise ihr Kerngebiet, die Geburtshilfe einschränken müssen, weil sie sich schlicht die hohen Versicherungsprämien von bis 4200 Euro pro Jahr nicht mehr leisten können. Viele sehen sich gezwungen, trotz hoher Arbeitszufriedenheit und beruflicher Auslastung, ihren Beruf aufzugeben. Es stellt sich die Frage, warum die Mehrheit der angestellt tätigen Hebammen die Berufshaftpflichtversicherung vollständig selbst tragen müssen, obwohl die Absicherung von Berufshaftpflichtrisiken üblicherweise dem Arbeitgeber obliegt. Diese Entwicklung steht im eklatanten Widerspruch zum Bedarf von Frauen, Familien und Paaren nach einer freien und selbstbestimmten Geburt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen daher die vielfältigen Hebammen-Proteste in diesem Jahr und fordern die Bundesregierung auf, endlich aktiv zu werden!

 

https://www.gruene.de/themen/soziale-gerechtigkeit/hebammen-sind-unersetzlich.html

Ein ganz besonderer Ort

"Ein ganz besonderer Ort": Landesfrauenbeauftragte gratuliert Geburtshaus und fordert bessere Bezahlung von Hebammen  29.06.2012

 

„Das Geburtshaus Bremen ist ein ganz besonderer Ort, dessen Wert wir nicht hoch genug schätzen können“, mit diesen Worten gratuliert Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe dem Geburtshaus in der Sommerstraße zum zehnjährigen Bestehen. „Hier haben Kinder die Zeit, die sie brauchen, um das Licht der Welt zu erblicken, hier steht den Schwangeren ein Team erfahrener Hebammen zur Seite und unterstützt sie bei einer selbstbestimmten, guten Geburt. Das ist heute leider überhaupt nicht selbstverständlich und deshalb ist die Erfolgsgeschichte des Geburtshauses umso mehr zu feiern“, so die Landesfrauenbeauftragte, die zugleich Schirmfrau des Geburtshauses Bremen ist und es von Beginn an begleitet hat. „Wir feiern diesen Tag in einer dramatischen Zeit, in der es für die freiberuflichen Hebammen um ihre Existenz geht und Politik und Krankenkassen endlich und schnell handeln müssen“, erklärt Ulrike Hauffe angesichts der prekären Einkommenssituation freiberuflicher Hebammen, die durch stetig neue Erhöhungen der beruflichen Haftpflichtprämien existenzbedrohende Ausmaße annimmt. Hebammen geben derzeit in großer Zahl die Geburtsbegleitung auf, Geburtsstationen in Kliniken müssen schließen, weil sie keine Beleghebammen mehr finden. „In einer Zeit, in der wir eine Kaiserschnittrate von über 30 Prozent für problematisch halten, ist es geradezu zynisch, wie die Akteure im Gesundheitswesen den Berufsstand der Hebammen ausbluten lassen“, erklärt Hauffe mit Bezug auf das ergebnislose Spitzengespräch zwischen dem Deutschen Hebammenverband und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr in der vergangenen Woche. Auch in den Verhandlungen zwischen Hebammenverbänden und Krankenkassen um die dringend notwendige und zudem von der Bundesregierung bereits 2006 zugesagte Gebührenerhöhung, für die die Hebammen sich die Unterstützung des Ministers erhofft hatten, geht es nicht weiter. Eine Erhöhung der Gebühren wird umso dringender, je rapider die Haftpflichtprämien für freiberuflich tätige Hebammen steigen: Seit 2009 sind die jährlichen Prämien um 1.800 Euro gestiegen, eine weitere Erhöhung von 3.700 auf 4.200 Euro steht für Juli an – und die nächste Erhöhung ist für 2014 bereits angekündigt. „Es kann nicht sein, dass Hebammen die wegen gesetzlicher Bestimmungen verlängerte Haftung alleine tragen. Bremen muss sich auf Bundesebene dafür einsetzen, endlich eine bessere Lösung für die Versicherungsfrage zu finden“, so die Landesfrauenbeauftragte. „Schwangere sollen die Wahl haben, wo und wie sie ihr Kinder zur Welt bringen. Und deshalb müssen diejenigen, die sie dabei am besten unterstützen, angemessen bezahlt und aus dem Würgegriff der Versicherungsprämien befreit werden“, appelliert die Landesfrauenbeauftragte an die Vertreter der Krankenkassen: „Die Leistung von Hebammen trägt nachweislich dazu bei, Komplikationen bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und damit zusätzliche Kosten zu verhindern. Das sollte den Kassen eine existenzsichernde Entlohnung wert sein.“

https://senatspressestelle.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen146.c.52998.de

„Wenn ein Beruf ausstirbt, gibt es nichts zum Feiern!“

BfHD zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai 2012

„Wenn ein Beruf ausstirbt, gibt es nichts zum Feiern!“

Der Internationale Hebammentag am 5. Mai steht unter dem Motto „Hebammen wissen Bescheid“.  Auch in Deutschland wird in vielen Veranstaltungen und Aktionen die verantwortungsvolle und professionelle Tätigkeit der Hebammen vorgestellt.

Einer breiten Öffentlichkeit soll dabei jedoch auch vor Augen geführt werden, dass es die klassische Hebamme, die Kinder zuhause und in vertrauter Umgebung auf die Welt holt, schon in naher Zukunft nicht mehr geben wird, wenn die Politik nicht schnellstens gegensteuert. Eingezwängt zwischen Hungerlöhnen und hohen Prämien zur Berufshaftpflicht können nur noch wenige selbständige Hebammen ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten. Die Folgen sind schon jetzt dramatisch: Massenhaft geben Hebammen den Kernbereich ihrer Arbeit, die Hausgeburt, auf und bieten lediglich noch Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbett-Betreuung an. Die gesetzlich garantierte freie Wahl des Geburtsortes ist schon heute in vielen Landstrichen ein leeres Versprechen.

Susanne Schäfer, Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) und Hausgeburtshebamme: „Wenn die Politik nicht endlich für bessere Rahmenbedingungen sorgt, werden die Menschen bald nur noch aus historischen Hebammenromanen wissen, was eine Hebamme ist. Ein Jahrtausende alter Beruf droht für immer zu verschwinden.“

Es ist wissenschaftlich längst bewiesen: Die Hausgeburt ist ebenso sicher wie die Klinikgeburt. Kaum eine Frau, die zuhause mit der ihr vertrauten Hebamme entbunden hat, möchte bei weiteren Schwangerschaften dieses Erlebnis missen und lieber im Krankenhaus ihr Kind zur Welt bringen. Dabei belastet die  klinische Geburt die Krankenkassen durch ein Mehr an Kaiserschnitten, Dammschnitten und unnötige Apparatemedizin viel stärker.

Susanne Schäfer: „Ich sehe dem Internationalen Hebammentag mit gemischten Gefühlen entgegen. Wenn ein Beruf ausstirbt, gibt es nichts zum Feiern!“

BfHD e.V.
(Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands)
Vorstand:
Susanne Schäfer, 1. Vorsitzende, Kleinmachnow (V.i.S.d.P.)
Ulrike Aulbach, 2. Vorsitzende, Hamburg

 

2.007 Zeichen, Abdruck honorarfrei. Um Belegexemplar wird gebeten.

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