Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD) 069 / 79 53 49 71 geschaeftsstelle@bfhd.de

BfHD zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai 2012

„Wenn ein Beruf ausstirbt, gibt es nichts zum Feiern!“

Der Internationale Hebammentag am 5. Mai steht unter dem Motto „Hebammen wissen Bescheid“.  Auch in Deutschland wird in vielen Veranstaltungen und Aktionen die verantwortungsvolle und professionelle Tätigkeit der Hebammen vorgestellt.

Einer breiten Öffentlichkeit soll dabei jedoch auch vor Augen geführt werden, dass es die klassische Hebamme, die Kinder zuhause und in vertrauter Umgebung auf die Welt holt, schon in naher Zukunft nicht mehr geben wird, wenn die Politik nicht schnellstens gegensteuert. Eingezwängt zwischen Hungerlöhnen und hohen Prämien zur Berufshaftpflicht können nur noch wenige selbständige Hebammen ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten. Die Folgen sind schon jetzt dramatisch: Massenhaft geben Hebammen den Kernbereich ihrer Arbeit, die Hausgeburt, auf und bieten lediglich noch Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbett-Betreuung an. Die gesetzlich garantierte freie Wahl des Geburtsortes ist schon heute in vielen Landstrichen ein leeres Versprechen.

Susanne Schäfer, Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) und Hausgeburtshebamme: „Wenn die Politik nicht endlich für bessere Rahmenbedingungen sorgt, werden die Menschen bald nur noch aus historischen Hebammenromanen wissen, was eine Hebamme ist. Ein Jahrtausende alter Beruf droht für immer zu verschwinden.“

Es ist wissenschaftlich längst bewiesen: Die Hausgeburt ist ebenso sicher wie die Klinikgeburt. Kaum eine Frau, die zuhause mit der ihr vertrauten Hebamme entbunden hat, möchte bei weiteren Schwangerschaften dieses Erlebnis missen und lieber im Krankenhaus ihr Kind zur Welt bringen. Dabei belastet die  klinische Geburt die Krankenkassen durch ein Mehr an Kaiserschnitten, Dammschnitten und unnötige Apparatemedizin viel stärker.

Susanne Schäfer: „Ich sehe dem Internationalen Hebammentag mit gemischten Gefühlen entgegen. Wenn ein Beruf ausstirbt, gibt es nichts zum Feiern!“

BfHD e.V.
(Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands)
Vorstand:
Susanne Schäfer, 1. Vorsitzende, Kleinmachnow (V.i.S.d.P.)
Ulrike Aulbach, 2. Vorsitzende, Hamburg

2.007 Zeichen, Abdruck honorarfrei. Um Belegexemplar wird gebeten.

Pressemitteilung als PDF zum Download